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Mittwoch, 16. August 2017

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Premiere bei der NBN: Ein gelungenes Stück Amateurtheater

120 Besucher der Niederdeutschen Bühne erlebten äußerst angetan am Freitagabend die Premiere des Stücks „De arme Ridder“.

Foto: Michael Ermel

13.03.2017 - Holsteinischer Courier / Thorsten Geil

Neumünster

Man könnte auch einen ganzen Theaterabend lang dieser kleinen Seniorenrunde zusehen, wie sie „Trivial Pursuit“ spielt. Wenn der verarmte Ritter Ludwig von Schwitters allsonntäglich im Heim mit seinen Mitbewohnern darüber diskutiert, wer den Bösewicht im Film „Es geschah am helllichten Tag“ spielte – dann ist das hochgradig amüsant. Aber diese Szenen sind eben nur die komischen Atempausen in „De arme Ridder“, den die Niederdeutsche Bühne in dieser Woche aufführt. Die 120 Premierenbesucher waren am Freitagabend äußerst angetan.

Manfred Kaack hat die Komödie von Stefan Vögel gekonnt in Szene gesetzt. Dabei sah es in der Probenarbeit zwischenzeitlich gar nicht gut aus, denn wenige Wochen vor der Premiere fiel die weibliche Hauptrolle Carina Thomsen plötzlich aus. Skiunfall, Knie kaputt. Zum Glück konnte Patricia Juds einspringen. Sie hat mit ihren 24 Jahren bereits ihr halbes Leben auf der NBN-Bühne verbracht, lernte die Rolle in weniger als vier Wochen und überzeugte auf ganzer Linie.

Sie platzt als patzige, ziellose Paula in die Seniorenrunde und gerät augenblicklich mit dem gebildeten Schulmeister Ludwig aneinander. Das gibt sich aber bald, und der Senior nimmt sich der jungen Frau an, unterrichtet sie, will sie zu einem Schulabschluss bringen. Ludwig hat aber natürlich auch so seine Geheimnisse, und bald ist nicht mehr eindeutig, wer hier eigentlich wem hilft. Das Stück ist in erster Linie eine flotte Komödie, aber es geht auch um das Alter, um Zusammenhalt in der Familie und das Streben nach Glück.

Wolfgang M. Reimer spielt in seiner 50. Theaterrolle den versnobten Ritter Ludwig auf den Punkt. Ellen Hansen, Heiner Lenz und Klaus Reumann bringen herrlich die Seniorenheimbewohner auf die Bühne, und Monika Kiehn wird als feldwebelhafte Pflegerin dringend gebraucht, um die Tabletten zu verabreichen. Krönender Abschluss ist der Gangster-Rap, den Paula und die Senioren auf die Bühne fetzen: „Check it out, Schwitterbaby, check it out, man!“ Toll gemacht!

Im lang anhaltenden Premierenapplaus stand dann doch noch die verhinderte Hauptdarstellerin Carina Thomsen mit Krücken auf der Bühne. Sie überreichte die Blumen und freute sich mit über ein gelungenes Stück Amateurtheater.

Die weiteren Vorstellungen: 13. bis 15. und 18. März um 20 Uhr, 19. März (16 Uhr, alle im Studio), 16. und 17. März (20 Uhr, beide im Theater in der Stadthalle).

Karten gibt es zu Preisen ab 12,50 Euro bei Auch  &  Kneidl, im Internet bei www.ticket-regional.de/nbn und an der Abendkasse.

13.03.2017 18:49 Alter: 156 Tage